Wenn eine “Kieskuhle” zum Solarsee wird
Wo über Jahrzehnte Kies abgebaut und ein Krater in die Landschaft geschlagen wurde, soll nun ein „Solarsee“ entstehen. Perebo erschließt Neuland und ist beauftragt mit der Entwicklung einer riesigen, schwimmenden Solaranlage. Schauplatz des Geschehens ist ein gefluteter Tagebau in Mitteldeutschland, der im Nachnutzungskonzept zu einem „Solarsee“ umfunktioniert werden soll. Die darauf platzierte Solaranlage soll eine Größe von mehr als 12 durchschnittlichen Fußballfeldern erreichen. Nicht nur die Ausmaße dieser Schwimmkonstruktion sind gigantisch, sondern auch die Strommenge, die sie produzieren wird: 6,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr werden ausreichen, um 6000 Menschen mit Strom zu versorgen. Schon Anfang 2011 soll die Anlage bei problemlosem Projektverlauf Energie liefern und damit etwa 5000 Tonnen CO2 pro Jahr gegenüber konventioneller Stromerzeugung einsparen. Auch den Vergleich mit der Stromgewinnung aus Biomasse braucht der schwimmende Energielieferant nicht zu scheuen. Zum Vergleich: Um dieselbe Menge Strom zu produzieren, müsste auf einer Fläche von 100 Hektar Mais für Biomasse angebaut werden.
Standort eine Alternative zu den Ackerflächen
Die Vorteile des Wasserstandorts liegen auf der Hand. Auf Dächern gibt es im Sommer oft einen Hitzestau, der die Funktionsfähigkeit der Solarmodule beeinträchtigen kann. „Forschungen haben gezeigt, dass auf Dachflächen die Energieausbeute wegen des Hitzestaus bei nur 70 bis 80 Prozent liegt. Durch die „Verdunstungskühle“ auf dem Wasser jedoch liegt der Energiegewinn bei 90 Prozent und höher. Die höhere Luftreinheit über dem Wasser trägt ebenfalls zur Optimierung der Solarmodule bei. So ist die Laminierung der Modul-Oberflächen nicht beeinträchtigt, wie das des Öfteren bei Bauernhöfen wegen des Ammoniaks aus der Viehhaltung der Fall ist.
Zusammenfassend kann man sagen, daß eine schwimmende Solaranlage mittlerweile sehr wohl eine Alternative zu Freilandanlagen ist. Nicht zuletzt sollen die üblicherweise genutzten Ackerflächen ja auch für die Nahrungsmittelproduktion freigehalten werden. Ohnehin wird es zukünftig wegen der sich ändernden Gesetzeslage sehr viel schwerer oder gar nicht mehr möglich sein, auf landwirtschaftlichen Arealen eine Photovoltaikanlage zu installieren. Bald werden außer Wasserflächen im Inland und Offshorebereich nur noch auf Konversionsflächen, etwa auf ehemaligen Kasernen oder Dachflächen zur Verfügung stehen.

Schwimmende Solaranlage


